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Was ist der heilige Rosenkranz? Der heilige Rosenkranz ist ein meditativ-kontemplatives Gebet, bestehend aus einer Abfolge von 15 Vaterunser und dazwischen jeweils 10 Gegrüßet seist du Maria. Am Anfang dieser Abfolge wird das apostolische Glaubensbekenntnis, ein Vaterunser und drei Gegrüßet seist du Maria gebetet. Zwischen den einzelnen Gegrüßet seist du Maria werden kurze Einschübe, die so genannten Geheimnisse gebetet, die unten genauer erklärt werden. Wegen der insgesamt 150 Gegrüßet seist du Maria wird das Rosenkranzgebet in Anlehnung an die 150 Psalmen Davids auch Psalter genannt. In früherer Zeit war das Rosenkranzgebet von den Leuten, die nicht Latein konnten, als Ersatz für das lateinische Psalmengebet gepflegt worden. Der heilige Rosenkranz geht auf den hl. Dominikus (13. Jhdt.) zurück, den die Muttergottes in einer Erscheinung dieses Gebet gelehrt hat. In Fatima hat die Muttergottes Anfang des 20. Jahrhunderts ausdrücklich gewünscht, dass ihre Kinder, also wir alle, jeden Tag den Rosenkranz beten sollen, und dass damit viel Unheil abgewendet werden könne.
Aus der Katholischen Handpostille von R. P. Leonhard Goffine, Ord. Praem., Chur 1885: Der heilige Rosenkranz ist ein Gebet, bei welchem zuerst das apostolische Glaubensbekenntnis, sodann fünfmal je ein Vater unser und zehn Ave Maria gebetet und jedem derselben nach dem Worte "Jesus" ein Geheimnis unserer Erlösung zu andächtiger Betrachtung angefügt wird. Es wird "Rosenkranz" genannt, weil die freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Geheimnisse gar schön durch die grünen Blätter, die Dornen, die Blume, aus denen die Rose besteht, versinnbildlicht werden, und, mit den übrigen Gebeten und Lobsprüchen verbunden, gleichsam einen Kranz bilden. Man nennt es auch Psalter, weil es aus hundertundfünfzig "Ave Maria" besteht, wie der Psalter Davids aus hundertundfünfzig Psalmen, und weil es an die Stelle des in den ersten Zeiten üblichen Psalmengesanges getreten ist. Zurück zur Übersicht
Wie ist dieses Gebet in die Kirche eingeführt worden? Mehrere Jahre hatte der hl. Dominikus (gest. 1221) gegen die Irrtümer der Albigenser und anderer Irrgläubigen mit Eifer und Gründlichkeit gepredigt, aber wenige nur kehrten in den Schoß der Kirche zurück. In dieser trostlosen Lage verdoppelte der Heilige seine Gebete und Bußwerke und flehte insbesondere zu Maria um Beistand und Hilfe. Da erschien ihm Maria und lehrte ihn den Rosenkranz. Eifrig suchte er diese Gebetsweise, allenthalben zu verbreiten und predigte von diesem Zeitpunkte an mit solchem Erfolge, dass in kurzer Zeit mehr als 100.000 Irrgläubige und Sünder sich bekehrten. Den himmlischen Ursprung des Rosenkranzgebetes bezeugt auch die Bulle Gregors XIII. vom Jahre 1577. (Goffine) Zurück zur Übersicht
Wie betet man den heiligen Rosenkranz?
Als Einfügung bei den Ave Maria, nach dem Wort "Jesus", werden die 15 Gesätzchen der drei Geheimnisse gebetet: Der freudenreiche Rosenkranz besteht aus den fünf ersten Zehnern (je zehn Ave Maria), bei welchen fünf Geheimnisse von der Menschwerdung Christi eingeschaltet werden, nämlich:
Der schmerzhafte Rosenkranz enthält ebenfalls fünf Zehner, in welchen uns fünf Geheimnisse des Leidens und Todes Jesu zur Betrachtung vorgestellt werden. Sie heißen:
Der glorreiche Rosenkranz, der die letzten fünf Zehner in sich begreift, erinnert uns an die Herrlichkeit Christi und der seligsten Jungfrau. Dabei sprechen wir:
Möchte man nicht einen ganzen Rosenkranz, sondern nur ein Gesätzchen beten, so beginnt man mit dem Vaterunser, spricht denn 10 Ave Maria mit dem jeweiligen Einschub, den man gerne möchte, und schließt mit einem Ehre sei dem Vater und anschließendem Fatima-Gebet ab. Zurück zur Übersicht
Wann betet man den heiligen Rosenkranz? Die Muttergottes hat in Fatima von uns verlangt, dass wir täglich den Rosenkranz beten. Dies können sicher nicht alle von uns leisten. Daher ist in täglicher Treue und Liebe zur Muttergottes ein Gesätzchen am Tag ein guter Anfang. Grundsätzlich steht es jedem frei, wann welcher Teil des Rosenkranzes zu beten ist. Es liegt aber nahe und hat sich daher auch eingebürgert, den freudenreichen Rosenkranz eher um die Weihnachtszeit, den schmerzhaften eher in der Fastenzeit und den glorreichen eher in der Osterzeit zu beten. Natürlich kann auch der gesamte Psalter jederzeit und jedes Geheimnis an jedem Tag gebetet werden. Innerhalb einer Woche hat sich folgender Rhythmus eingebürgert:
Montag: freudenreich
Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln, hat über den Rosenkranz als Konzentrat unseres gesamten katholischen Glaubens gesagt: „Der Rosenkranz beginnt mit dem Kreuz. Daran beten wir das Glaubensbekenntnis. Das ist unsere ganze Glaubenslehre. Dann kommen die ersten drei Perlen: Glaube, Hoffnung, Liebe (die drei göttlichen Tugenden). Das ist unsere Lebenslehre. Und dann sind gleichsam in Geheimschrift die Geheimnisse der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus aufgefädelt im freudenreichen Rosenkranz, dann die Geheimnisse seiner Passion im schmerzhaften Rosenkranz und schließlich die Geheimnisse seiner Vollendung im glorreichen Rosenkranz.“ Zurück zur Übersicht
Worin besteht der lebendige Rosenkranz? Der lebendige Rosenkranz besteht in Folgendem: Es vereinigen sich fünfzehn Personen in der Absicht, dass jede täglich ein Gesätzlein das Rosenkranzes zu Ehren des Geheimnisses, das bei der Verteilung (durch das Los) ihr zugefallen ist, betet, und dass so alle zusammen täglich den ganzen Psalter beten. Man nennt diesen Rosenkranz lebendig (auch immerwährend), weil (zur Vollendung des ganzen Rosenkranzes oder Psalters) die Betrachtung der im Rosenkranze enthaltenen Geheimnisse und das Gebet täglich von Mund zu Mund, von Herz zu Herz der teilnehmenden Mitglieder wandern, gleichsam lebendig sind, und auch noch deswegen, weil die durch den Tod oder sonst abgehenden Mitglieder des Vereins sogleich wieder durch andere ersetzt werden. (Goffine)
Woher stammt der lebendige Rosenkranz? Als in der zweiten Hälfte des vorigen (Anm.: des 18.; Christenverfolgung besonders in Frankreich nach der Französischen Revolution 1789) und in den ersten Jahrzehnten dieses (Anm.: des 19.) Jahrhunderts der antichristliche Geist die kirchlichen Andachten, besonders das Rosenkranzgebet, so sehr und leider mit Erfolg angefochten hatte, erweckte Gott im Jahre 1825 zu Lyon zwei fromme Priester, welchen den lebendigen Rosenkranz einführten. (Goffine) Zurück zur Übersicht
Gibt es neben dem Psalter noch andere Varianten des Rosenkranzes? Ja. Zusätzlich zum herkömmlichen Psalter, wie ihn die Muttergottes den hl. Dominikus gelehrt hat, gibt es noch viele fromme Varianten des Rosenkranzgebetes, die in der Tradition der Kirche gewachsen sind.
Allen voran steht der lichtreiche Rosenkranz, den uns der verstorbene Heilige Vater Johannes Paul II. im Jahre 2002 geschenkt hat. Im lichtreichen Rosenkranz betrachten wir wichtige Stationen im Leben Jesu.
Der Heilige Vater Johannes Paul II. hat empfohlen, diese neue Variante des Rosenkranzes am Donnerstag zu beten, da dies der Tag der Einsetzung des allerheiligsten Altarsakramentes ist. (Letztes Abendmahl am Gründonnerstag.) Zurück zur Übersicht Weitere Beispiele: Ergänzte Rosenkranzgeheimnisse für jeden Wochentag (leicht abgeändert aus dem Gebetsschatz v. A.M. Weigl. Zur erweiterten Betrachtung der Menschwerdung, des Lebens, Wirkens und Leidens sowie des Triumphes Jesu Christi.) Montag: wie bisher der freudenreiche Rosenkranz Dienstag:
Mittwoch:
Donnerstag:
Freitag:
Samstag:
Sonntag:
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